Wenn's um Geld geht ...

 

sind Ansprechpartner im Kapitalanlagerecht RA Rafael Fischer und RAin Lilly-Brit Widmann

 

Wo ist mein Geld?

Keine Sorge! In den meisten Fällen ist das Geld nicht weg. Es hat nur jemand anderes. Aber wer? Hat man Geld verloren, gilt es zu überprüfen, ob man den Falschen vertraut hat und wer alles zur Verantwortung gezogen werden kann. Das kann die Investitionsgesellschaft sein, die Beraterbank, der Anlageberater oder ganz andere Personen. Oftmals stellt sich auf der einen Seite zusätzlich ein Verjährungsproblem, auf der anderen Seite gibt es so viele Geschädigte, dass für einen erfolgen Regress das "Windhundprinzip" gilt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ggf. verstecktes Kapital aufgespürt werden muss. Wir werden mit unseren Mandanten offen über all diese Punkte.

 

Immobilie als "sichere Kapitalanlage"?

Ein Verkäufer, der die Beratung des Käufers übernommen hat, verletzt seine Beratungspflicht, wenn er eine Immobilie als absolut sichere, nach 5 Jahren mit Gewinn wieder verkäufliche Kapitalanlage bezeichnet, obwohl wegen des überhöhtes Erwerbspreises schon zum Zeitpunkt der Beratung abzusehen ist, dass ein gewinnbringender Verkauf zum genannten Zeitpunkt auch bei günstiger Entwicklung des Immobilienmarktes gänzlich unwahrscheinlich ist.

 

Hat die Beratung des Verkäufers auch die Finanzierung des Immobilienerwerbs zum Gegenstand, so kann ein Beratungsfehler vorliegen, wenn die empfohlene Kombination von Festkredit und als Tilgungsersatz dienender Lebensversicherung sich für den Käufer ungünstiger darstellt als ein marktübliches Tilgungsdarlehen. Mit der bloßen Behauptung, der Einsatz einer Lebensversicherung erhöhe die Finanzierungskosten, wird ein solcher Beratungsfehler jedoch nicht dargelegt: Erforderlich ist ein umfassender Vergleich der Auswirkungen der empfohlenen Finanzierung mit denen eines im Zeitpunkt des Vertragsschlusses von dem Käufer für den Erwerb der Immobilie am Markt erhältlichen Tilgungsdarlehens.

 

(BGH, Urteil vom 15.10.2004 - V ZR 223/03 - DB 2005, 1163)